Menschen. Machen. Erwitte. mit Jürgen Werner

Shownotes

In dieser Episode von MENSCHEN.MACHEN.ERWITTE. ist Jürgen Werner zu Gast – ein echter Lokalpatriot aus Norddorf, der seit seiner Geburt 1975 in der Stadt Erwitte lebt. Im Gespräch erzählt er von seinem tief verwurzelten Heimatgefühl, der besonderen Verbindung zu Norddorf und Berenbrock sowie dem Wert von Familie und Dorfgemeinschaft. Jürgen spricht offen über aktuelle Herausforderungen im ländlichen Raum – von Mobilität und dem demografischen Wandel bis hin zum Spannungsfeld zwischen Zugezogenen und gewachsenen Ortsstrukturen. Mit Herz, Humor und klarer Haltung macht er deutlich, warum das Dorfleben trotz aller Veränderungen lebendig bleiben muss – auch wenn es dort eben „nicht immer ruhig ist“.

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00:00:01: Wenn man die Leute so ein bisschen mitnimmt, Maibaum aufsetzen, zum Kaffee einladen oder sowas, es geht nicht da, um chistibiert zu lernen, sondern gemeinschaftlich da irgendwas zu machen oder zusammenzusetzen und sich mal Auge in Auge zu unterhalten,

00:00:16: das ist

00:00:17: für die Zukunft denke ich angedacht.

00:00:20: oder sollten wir mehr und mehr fördern, um diese Digitalisierung und auch nicht diese Vereinsamung in den Haushalten so zu lassen.

00:00:27: Menschen machen er Witte.

00:00:30: Der Podcast.

00:00:32: Es heißt, der wahre Wert einer Stadt bemisst sich an den Menschen, die dort leben.

00:00:37: Deshalb geht es in diesem Podcast auch genau darum.

00:00:40: Hier hört ihr ganz persönliche Geschichten, spannende Einblicke und emotionale Momente.

00:00:46: Nahrbar, authentisch und ganz lokal.

00:00:50: Menschen machen Erwitte.

00:00:52: Der Podcast zum fünftigjährigen Stadtjubiläum.

00:00:57: Kannst du dich mal einmal kurz vorstellen, ein paar Dinge zu dir sagen?

00:01:00: Ja, mein Name ist Jürgen Werner.

00:01:02: Ich bin in der Stadt Erwitte.

00:01:06: Ich bin auch aus der Stadt nie rausgekommen, weggekommen.

00:01:09: Zwar welchen Bundeswehr-Zeiten mäßig mal oder auch hier mal im Urlaub oder sonstiges, aber lebe seit Anfang an in der Stadt Erwitte.

00:01:16: Und es gibt ein Herz für einen bestimmten Nordsteil, oder?

00:01:19: Ja klar, mein Heimat-Hordsteil Norddorf, da bin ich hergekommen.

00:01:21: Und ich spreche jetzt heute auch, weil bekommen Norddorf gehört eigentlich zusammen.

00:01:25: Wir sind beide alleine zu klein, aber gemeinsam sind wir stark.

00:01:29: Gibt es ein Lieblingsort hier irgendwo in Erwitte, den du hast, wo du sagst, das ist mein Lieblingsort oder kann man schwer bezeichnen?

00:01:38: Ja, ich fahre gerne mit dem Fahrrad durch die Felder oder beziehungsweise.

00:01:41: Ja, da gibt es mittlerweile ein Lieblingsort, den hat man schön renaturiert und da schaut man auch immer wieder gerne drauf.

00:01:46: Auch die Lippe-Auen in der Nachbarstadt sind sehr schick in den Aussichtspunkten.

00:01:52: Da kann man immer sehr gut mit dem Fahrrad erreichen und das ist ein Ruhepunkt.

00:01:56: Ja, Ruhepunkt braucht man ja manchmal

00:01:58: auch.

00:01:58: Genau.

00:01:59: Was würdest du dir für eure Arztteile in Zukunft wünschen, wenn du ein Wunsch Freiheit

00:02:04: hast?

00:02:06: Dass die Mobilität bzw.

00:02:10: der ÖPNV ein bisschen flexibel ausgebaut wird.

00:02:13: durch den Helmu ist es schon relativ flexibel geworden.

00:02:16: Aber da sind noch ein paar Schrauben, die man nachsteuern kann.

00:02:20: Drei Jahre, glaube ich, läuft er oder zwei Jahre.

00:02:22: Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher.

00:02:24: Wenn ich da noch dran zurückdenke, was wir da an Stunden- und Zeitverfahren haben, um die Kinder zum Sport zu irgendwelchen anderen Veranstalten oder hinzubringen oder zu freuen, das ist immer schon

00:02:37: ein

00:02:37: Knackpunkt gewesen.

00:02:38: Gerade weil man so noch in Anröchter auf die Schule geht, die eben verbunden zu Erwitter gehören, hat er natürlich ein Freundeskreis ein bisschen in der Nachbargemeinde und da geht schon ganz schön viel Zeit für darauf.

00:02:47: Seit dem Helmung ist es besser geworden.

00:02:49: Aber

00:02:50: da ist mit Sicherheit noch einen ganzen Teil

00:02:51: daran zu verbessern.

00:03:00: Ich finde diese Helme nochmal ja super.

00:03:02: Bei meinen Sohn ist es, ich komme jetzt aus der Gemeinde Ense.

00:03:05: Das ist auch etwas abgelegener und seitdem es dieses Helme gibt, kriegt ihr ja alles irgendwie auch selber organisiert.

00:03:12: Ich finde, man unterschätzt, wie viel Zeit für diese Fahrereile rauf geht.

00:03:16: Also gerade, wenn man jetzt auch mehrere Kinder hat,

00:03:17: oder?

00:03:18: Ja, klar.

00:03:19: Ich meine, ich habe jetzt noch einen, aber trotzdem ist das schon auf.

00:03:21: Wir haben schon mit Fahrgemeins- und WhatsApp-Gruppen und so weiter und so fort haben wir das versucht, schon zu optimieren.

00:03:26: Aber es geht schon Haufen Zeit darauf.

00:03:29: Es ist immer so, finde ich, so eine Mischung.

00:03:32: Also einmal ist natürlich das Heimatgefühl da, einmal ist es dieses ländliche, bei uns gibt es gar nichts, ist halt so, aber ich fühle mich trotzdem super wohl.

00:03:38: War das immer schon so bei dir, dass du gesagt hast, auch das ist mir eigentlich egal, ich brauche nichts in der Nähe oder ich will mal eine Ruhe haben manchmal oder was waren so die Gründe dafür, erstens nie wegzugehen und zweitens überhaupt da zu sein?

00:03:51: Ja, wir haben eine ganz große Familie, eine sehr große Familie.

00:03:53: Früher war Norddorf mein Stammer aus Brüggenolte.

00:03:58: Das waren fünf Brüder, die dort geblieben sind.

00:04:01: Und viel Verbandschaft halt da.

00:04:03: Und das hat mich immer so ein bisschen an den Ort gezogen.

00:04:05: Klar, wir müssen für jede Stück Butter, egal in welche Richtung, vier Kilometer fahren.

00:04:09: Das ist so mein Leitspruch.

00:04:10: Und das ist einfach so.

00:04:12: In meinem Bekanntenkreis ist es tatsächlich so, dass viele Familien auseinander gezogen sind.

00:04:18: Also dann sind halt, da sind halt andere Partner dazugekommen, dann ist der einen Norden, der anderen Süden, bei euch auch so oder schon versucht man schon das noch zusammen zu halten oder auch wenn sie auseinander sind zusammen zu bekommen immer mal wieder.

00:04:31: Wenn sie auseinander sind auch schon mal so ein bisschen zusammen zu halten, aber Im Großen und Ganzen sind schon viele weggezogen.

00:04:39: Das ist auch nicht ganz einfach.

00:04:40: Ja, das Heimatgefühl geht aber nie verloren.

00:04:43: Habe ich mir mal sagen lassen.

00:04:44: Das, was man erlebt hat, das kann man nicht vergessen und möchte man am meisten nicht vergessen und wieder erleben.

00:04:49: Richtig.

00:04:52: Was sind so die Herausforderungen, die wir gesellschaftlich jetzt gerade auch im ländlichen Bereich hier in der Region, wir feiern jetzt fünfzig Jahre, er bitte.

00:04:59: Was sind so die Herausforderungen, du glaubst die uns in den nächsten Jahren, Monaten?

00:05:04: bevorstehen werden.

00:05:06: Also ein großes Problem sehe ich teilweise bei den Häusern, die verkauft werden, weil die Leute alt geworden sind, die Kinder weggezogen sind, die Häuser werden einfach verkauft, dann irgendwelche Leute, die meinen auf dem Land ist es ruhig.

00:05:19: Aber da habe ich mal ein gutes Interview gesehen oder gehört von dem Moor, oder Moor heißt ja vom Tiedeltesen Temperamenten, also der Hobby Landwirt und das passt genau in diesen Ort.

00:05:32: Auf dem Dorf ist es nicht ruhig.

00:05:33: Da meint die Landjugend wieder, sie müsste abends mal ein Bierchen vor dem Gemeinschaftshaus feiern, dann ist die Feuer wieder unterwiesen.

00:05:40: Ich bin das ja lebendig.

00:05:45: Ist die Kuh vom Nachbarn-Bullig, dann ist sie auch die ganze Nacht am Birken.

00:05:49: Also im Dorf ist es nicht ruhig.

00:05:51: Man meint das nur, das ist aber nicht so.

00:05:53: Also

00:05:53: was du praktisch meinst ist, es gehen Leute wegen ihres Alters und weil sie das Haus verkaufen, aus der Ortsgemeinschaft heraus, es kommen Neue dazu, die vielleicht gar nicht wissen, was so eine Ortsgemeinschaft mit sich bringt oder was diese Integration in die Ortsgemeinschaft rückt.

00:06:05: Korrekt,

00:06:05: ganz genau.

00:06:06: Und dann ist es natürlich schwierig, wenn in einem kleinen Ort praktisch viele kommen, die gar nicht wissen, was sie sich da einlassen oder was es ausmacht am Ende.

00:06:14: Richtig.

00:06:15: Und wie

00:06:15: kann man da hin erziehen, oder?

00:06:17: Es ist manchmal ein bisschen schwierig, aber man versucht es zumindest ganz genau.

00:06:21: Aber das Problem haben wir natürlich viel.

00:06:22: Das ist eine demografische Wandel einfach.

00:06:24: Genau, richtig.

00:06:25: Früher gab es ja auch mal teilweise in den Gemeinden die Regelung, dass man Häuser und auch Grundstücke nur an, also bevorzugt an Leute verkauft, die in einem familiären Bezug zu dem Ort haben.

00:06:36: Das gab es, glaube ich mal.

00:06:37: Vielleicht gibt es das auch heute noch.

00:06:38: Da hatte man das versucht, so ein bisschen zu regeln, aber es ist natürlich heute auch alles ein bisschen, ein bisschen Freie Art.

00:06:44: Ist

00:06:44: sehr schwierig.

00:06:45: Aber ja, so ist das normal.

00:06:46: Also da würdest du sagen, dass so eine Herausforderung, so eine Dorfgemeinschaft aufrecht zu erhalten, je nach Größe des Dorfes etc.

00:06:52: Ganz genau.

00:06:52: Siehst du denn auch so ein bisschen Probleme in der Denkweise der Menschen?

00:06:56: Also es gibt ja so die unterschiedlichsten, was man aber merkt ist, dass das Heimat und Tradition schon auch vielen wichtig ist, wenn es ihnen mal wichtig war.

00:07:04: Ich glaube, das ist so eine Sache, wenn dir das einmal wichtig ist, dann legst du nicht ab.

00:07:08: Das stimmt ja.

00:07:08: Das habe

00:07:08: ich so das Gefühl.

00:07:09: Das ist richtig.

00:07:10: Also das gesellschaftliches auch, um Herausforderungen gibt in Zukunft.

00:07:15: Ich weiß, das ist eine große Frage, aber... Ja, ich versuche sie trotzdem mal.

00:07:18: Ja, natürlich.

00:07:19: Ich versuche sie gerade zu implementieren und gerade auf meine kleine Ortschaft zuzuschneiden.

00:07:24: Das ist dann...

00:07:25: Guck mal, auf dem Ort ist es leise, hörst du?

00:07:27: Ja, genau.

00:07:28: Wir haben was wieder, ne?

00:07:29: Wir haben mal wieder zwölf Uhr, das wäre schon wieder ins Gewerbeträger.

00:07:32: Sehr gut.

00:07:36: Das gibt es zum Beispiel bei mir im Ort nicht.

00:07:40: Samstags, Mittags, zwölf Uhr Ruhe.

00:07:43: Wir müssen alle arbeiten und irgendwann muss man die Sache machen und zwischendurch rechnet es halt auch mal.

00:07:48: Und dann kann das auch mal sein, dass zum zwölf Uhr Mittags der Rasen mehr erläuft.

00:07:50: Ich bin das jetzt aber nicht schlimm.

00:07:52: Ja, aber so, ich komme zurück auf die Frage.

00:07:54: Ich weiß, du möchtest dich drücken.

00:07:57: Das gesellschaftliche Ding zwischen in so kleinem Ort wie unterschiedlichsten Menschen.

00:08:01: Es verändert sich grad super viel, diese ganze Digitalisierung kommt.

00:08:06: Man sagt in der Gesellschaft so ein bisschen weniger Ehrenamt mehr, mehr schauen auf sich selber.

00:08:12: Ist das so eine Herausforderung oder ist das bei euch einfach durch diese Kleinheit eher nicht so?

00:08:19: Ähm, ja und nein.

00:08:20: Also es ist wirklich so, dass die Gesellschaft sich verändert, viele halt vom Rechner sitzen oder sonstiges.

00:08:28: Aber wenn man die Leute so ein bisschen mitnimmt, dass man Maibaum aufsetzen, zum Kaffee einladen oder sowas, es geht nicht darum, chistibiert zu lernen, sondern gemeinschaftlich da irgendwas mal zu machen oder zusammenzusetzen und sich mal in Auge in Auge zu unterhalten,

00:08:43: das ist

00:08:46: für die Zukunft.

00:08:47: denke ich angedacht oder sollten wir mehr und mehr fördern um diese Digitalisierung und auch nicht diese Vereinsamung in den in den Haushalten so zu lassen.

00:08:58: Was bringt es noch mit sich, wenn man so jetzt du hast eben das Thema Infrastruktur natürlich angesprochen in Bezug darauf, dass man als Eltern von Kindern viel fahren muss, aber Infrastruktur ist natürlich auch super wichtig allgemein.

00:09:07: Also muss man da schauen, also ÖPNV ist natürlich immer ein Thema, keine Frage, aber muss man da schauen, welche Möglichkeiten es gibt?

00:09:16: Ja, natürlich.

00:09:17: Auch die Digitalisierung ist ein Riesenthema.

00:09:19: Wenn ich einen Freund von mir sehe, ein Feuerwehrkamerad, der ist bei einer nahemachten Hersteller für Landmaschinen.

00:09:26: und macht das Software-Entwicklung und Software und Muszahlen und seine Freundin ist bei einer Nahrmacht Bank und die machen beide Homeoffice und das Netz dann abschmiert,

00:09:34: macht das nicht wirklich Sinn.

00:09:35: Also du meinst auch Infrastruktur in Bezug auf Indiangeschwindigkeit?

00:09:38: Ganz

00:09:38: genau, richtig.

00:09:39: Und wenn dann der Opa, der noch im Haus ist, dann noch mit den anderen Enkelkindern von der Schwester dann noch irgendwie noch was streamt, dann bericht bei uns, dann bricht definitiv das Netz bei uns zusammen und da muss definitiv dran gearbeitet werden, damit man auch solche Sachen wie Homeoffice nahe legen kann und Infrastruktur in den Raum bringt.

00:09:59: Weil sonst verlierst du ja auch die Leute aus dem Dorf, weil das ist ja für die wichtig.

00:10:02: Also wenn man sieht beruflich wichtig, aber auch so.

00:10:06: Ganz genau.

00:10:07: Ja!

00:10:08: Also, ich glaube, wir hier können das alles sehr gut nachvollziehen, weil wir die ländlichen Regionen kennen auch diese Beschreibung, die du da hattest mit diesem, ich stell's mir im Ort ruhig vor und so, ich kann's eins zu eins nachvollziehen.

00:10:19: Ich glaube, viele diesen Podcastern und auch diejenigen, die wir hier in den einzelnen Folgen schon hatten, die können das alles sehr gut nachvollziehen.

00:10:24: Danke, dass du mal ein bisschen erzählt hast.

00:10:26: Oder wollen wir noch was vergessen?

00:10:27: Leute sagst auch, das haben wir mir vorher überlegt.

00:10:29: Das will ich da noch erzählen.

00:10:30: Ich bin völlig

00:10:31: unvorgenommen hier reingegangen.

00:10:33: Ich wusste so auch nicht, was kommt.

00:10:34: Lass mal kommen und dann sehen wir mal was, was ich antworten muss.

00:10:37: Und das haben wir sehr gut hingekriegt, wir beiden.

00:10:39: Und dementsprechend Dankeschön dafür, die Höhren und Höhren, danke fürs Zuhören.

00:10:43: Danke schön.

00:10:43: Tschüss, tschüss.

00:10:44: Das war Menschen machen, erwitte, der Podcast.

00:10:49: Wenn es euch gefallen hat, lasst einen Like da.

00:10:51: oder abonniert unseren Podcast zum fünfzigjährigen Stadtjubiläum.

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